Normen & Vorschriften:
 
Luftdichtigkeit in der EnEV 2002

EUROPÄISCHE NORM   EN 13829

DIN 4108-7

Energiebedarfsausweis

 

Luftdichtigkeit in der EnEV 2002

§ 5

Dichtheit, Mindestluftwechsel

(1) Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass die wärmeübertragende Umfassungsfläche einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig entsprechend dem Stand der Technik abgedichtet ist. Dabei muss die Fugendurchlässigkeit außenliegender Fenster, Fenstertüren und Dachflächenfenster Anhang 4 Nr. 1 genügen. Wird die Dichtheit nach den Sätzen 1 und 2 überprüft, ist Anhang 4 Nr. 2 einzuhalten.

(2) Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass der zum Zwecke der Gesundheit und Beheizung erforderliche Mindestluftwechsel sichergestellt ist. Werden dazu andere Lüftungseinrichtungen als Fenster verwendet, müssen diese Anhang 4 Nr. 3 entsprechen.

Anhang 4

Anforderungen an die Dichtheit und den Mindestluftwechsel
(zu § 5)
1. Anforderungen an außenliegende Fenster, Fenstertüren und Dachflächenfenster

Außenliegende Fenster, Fenstertüren und Dachflächenfenster müssen den Klassen nach Tabelle 1 entsprechen.

Zeile

Anzahl der Vollgeschosse
des Gebäudes
Klasse der Fugendurchlässigkeit nach
DIN EN 12 207-1 : 2000-06

1

bis zu 2

2

2

mehr als 2

3

Tabelle 1: Klassen der Fugendurchlässigkeit von außenliegenden Fenstern, Fenstertüren und Dachflächenfenster 
2. Nachweis der Dichtheit des gesamten Gebäudes

Wird eine Überprüfung der Anforderungen nach § 5 Abs. 1 durchgeführt, so darf der nach DIN EN 13 829 : 2001-02 bei einer Druckdifferenz zwischen Innen und Außen von 50 Pa gemessene Volumenstrom - bezogen auf das beheizte Luftvolumen - bei Gebäuden

- ohne raumlufttechnische Anlagen 3 h-1 und

- mit raumlufttechnischen Anlagen 1,5 h-1

nicht überschreiten.

3. Anforderungen an Lüftungseinrichtungen

Lüftungseinrichtungen in der Gebäudehülle müssen einstellbar und leicht regulierbar sein. Im geschlossenen Zustand müssen sie der Tabelle 1 genügen. Soweit in anderen Rechtsvorschriften Anforderungen an die Lüftung gestellt werden, bleiben diese Vorschriften unberührt. Satz 1 ist nicht anzuwenden, wenn als Lüftungseinrichtungen selbsttätig regelnde Außenluftdurchlässe unter Verwendung einer geeigneten Führungsgröße eingesetzt werden

Anhang 1

Anforderungen an zu errichtende Gebäude mit normalen Innentemperaturen

2.10 Voraussetzungen für die Anrechnung mechanisch betriebener Lüftungsanlagen (zu § 3 Abs. 2)

Im Rahmen der Berechnung nach Nr. 2 ist bei mechanischen Lüftungsanlagen die Anrechnung der Wärmerückgewinnung oder einer regelungstechnisch verminderten Luftwechselrate nur zulässig, wenn

a) die Dichtheit des Gebäudes nach Anhang 4 Nr. 2 nachgewiesen wird,

b) in der Lüftungsanlage die Zuluft nicht unter Einsatz von elektrischer oder aus fossilen Brennstoffen gewonnener Energie gekühlt wird und

c) der mit Hilfe der Anlage erreichte Luftwechsel § 5 Abs. 2 genügt.

Die bei der Anrechnung der Wärmerückgewinnung anzusetzenden Kennwerte der Lüftungsanlagen sind nach anerkannten Regeln der Technik zu bestimmen oder den allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen der verwendeten Produkte zu entnehmen. Lüftungsanlagen müssen mit Einrichtungen ausgestattet sein, die eine Beeinflussung der Luftvolumenströme jeder Nutzeinheit durch den Nutzer erlauben. Es muss sichergestellt sein, dass die aus der Abluft gewonnene Wärme vorrangig vor der vom Heizsystem bereitgestellten Wärme genutzt wird.

3.0 Vereinfachtes Verfahren zur Ermittlung des Jahres-Heizwärmebedarfs

Laut EnEV darf bei der Berechnung der Lüftungswärmeverluste ein geringerer Faktor verwendet werden, wenn eine Dichtheitsprüfung durchgeführt wird.

3
 
 
 

Spezifischer Lüftungs- wärmeverlust HV

HV = 0,19 Ve

ohne Dichtheitsprüfung nach
Anhang 4 Nr. 2

HV = 0,163 Ve

mit Dichtheitsprüfung nach
Anhang 4 Nr. 2

Auszug aus Tabelle 2 der EnEV 2002

EUROPÄISCHE NORM   EN 13829  

Die Blower-Door-Messung muss nach dem in der DIN EN 13829 vom Februar 2001 definierten Verfahren durchgeführt werden. Aus Gründen des Urheberrechtschutzes veröffentlichen wir hier nur die Einleitung. Die komplette Norm kann über den Beuth-Verlag, Berlin (s. Links) bezogen werden.

Einleitung

Das Differenzdruckverfahren dient dazu, die Luftdichtheit der Hülle von Gebäuden oder Gebäudeteilen zu charakterisieren. Es kann benutzt werden:

a) um die Luftdurchlässigkeit eines Gebäudes oder Gebäudeteils zu messen, um eine Luftdichtheitsanforderung zu erfüllen,

b) um die relative Luftdurchlässigkeit verschiedener ähnlicher Gebäude oder Gebäudeteile zu vergleichen.

c) um die Undichtigkeiten zu finden und

d) um die Verringerung der Luftdurchlässigkeit zu bestimmen, die durch einzelne, nacheinander ausgeführte Verbesserungsmaßnahmen an einem bestehenden Gebäude oder Gebäudeteil erreicht wurde.

Mit dem Differenzdruckverfahren kann nicht die Luftinfiltrationrate eines Gebäudes gemessen werden. Die Ergebnisse dieses Verfahrens können jedoch dazu verwendet werden, die Luftinfiltration rechnerisch abzuschätzen. Zur direkten Messung der Luftinfiltrationsrate stehen andere Verfahren zur Verfügung. Das Differenzdruckverfahren eignet sich besser für Diagnoseanwendungen, während die momentane Infiltrationsrate besser mit dem Indikatorgasverfahren gemessen wird. Eine einzelne Indikatorgasmessung liefert allerdings nur beschränkte Informationen über die Wirksamkeit von Ventilation und Infiltration in Gebäuden.

Mit dem hier beschriebenen Verfahren werden Luftströme von außen nach innen durch die Gebäudehülle oder umgekehrt erfasst. Luftströme von außen in die Konstruktion hinein und wieder zurück nach außen werden nicht erfasst.

Die richtige Anwendung der vorliegenden Norm setzt die Kenntnis der Prinzipien von Volumenstrom-und Druckmessungen voraus, ideale Wetterverhältnisse für die hier beschriebene Messung sind kleine Temperaturdifferenzen und niedrige Windgeschwindigkeiten. Man ist sich darüber im Klaren, dass bei Feldmessungen die Wetterbedingungen schlechter sein können als im Idealfall. Trotzdem sollten starke Winde und große Temperaturunterschiede zwischen innen und außen vermieden werden.

1    Anwendungsbereich

Die vorliegende Norm dient der Luftdurchlässigkeitsmessung der Hülle von Gebäuden oder Gebäudeteilen vor Ort. Sie beschreibt die Anwendung von Über- oder Unterdruck in Gebäuden oder Gebäudeteilen. Sie beschreibt die Messung der resultierenden Luftvolumenströme in Abhängigkeit von verschiedenen statischen Druckdifferenzen zwischen innen und außen.

Die vorliegende Norm dient der Bestimmung der Luftundichtigkeit von Ein-Zonen-Gebäuden. Für die Zwecke dieser Norm können viele Mehrzonen-Gebäude als Ein-Zonen-Gebaude behandelt werden, indem Innentüren geöffnet werden oder in angrenzenden Zonen gleiche Drücke erzeugt werden.

Sie behandelt nicht die Bestimmung der Luftdurchlässigkeit einzelner Bauteile.

(............)

 

DIN 4108-7

DIN 4108-7 (August 2001)

Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden

Teil 7: Luftdichtheit von Gebäuden, Anforderungen, Planungs- und

Ausführungsempfehlungen sowie -beispiele

Aus Gründen des Urheberrechtschutzes veröffentlichen wir hier nur einen kleinen Auszug aus der DIN. Die komplette Norm kann über den Beuth-Verlag, Berlin (s.Links) bezogen werden.

 

1 Anwendungsbereich

Diese Norm enthält Anforderungen, Planungs- und Ausführungsempfehlungen sowie Ausführungsbeispiele, einschließlich geeigneter Materialien zur Einhaltung von Anforderungen an die Luftdichtheit von beheizten oder klimatisierten Gebäuden und Gebäudeteilen.

(........)

4.4 Anforderungen an die Luftdichtheit

Werden Messungen der Luftdichtheit von Gebäuden oder Gebäudeteilen durchgeführt, so darf der nach DIN EN 13829:2001-02, Verfahren A, gemessene Luftvolumenstrom bei einer Druckdifferenz zwischen innen und außen von 50 Pa

  • bei Gebäuden ohne raumlufttechnische Anlagen:
    • bezogen auf das Raumluftvolumen 3 h-1 nicht überschreiten oder
    • bezogen auf die Nettogrundfläche 7,8 m³/(m²h) nicht überschreiten
  • bei Gebäuden mit raumlufttechnischen Anlagen (auch Abluftanlagen)
    • bezogen auf das Raumluftvolumen 1,5 h-1 nicht überschreiten oder
    • bezogen auf die Nettogrundfläche 3,9 m³/(m²h) nicht überschreiten
  • Die volumenbezogene Anforderung gilt allgemein. Bei Gebäuden oder Gebäudeteilen, deren lichte Geschosshöhe 2,6 m oder weniger beträgt, darf alternativ die nettogrundflächenbezogene Anforderungsgröße benutzt werden.
  • Die Einhaltung der Anforderungen an die Luftdichtheit schließt lokale Fehlstellen, die zu Feuchteschäden infolge von Konvektion führen können, nicht aus.

    (..............)

    Energiebedarfsausweis

    Dokumentation im Energiebedarfsausweis:

    Allgemeine Verwaltungsvorschrift zu § 13 der Energieeinsparverordnung

    07. März 2002

    § 3 Aufbau der Energiebedarfsausweise ...

    I. Objektbeschreibung

    II. Energiebedarf

    III. Weitere energiebezogene Merkmale

    Den Energiebedarfsausweisen können Anlagen beigefügt werden, welche insbesondere die Angaben in den Abschnitten II und III dokumentieren. Dies können insbesondere sein die Dokumentation einer durchgeführten Dichtheitsprüfung nach § 5 Abs. 1 Satz 3 in Verbindung mit Anhang 4 Nr. 2 EnEV, ...

    ...

    In Abschnitt III des Energiebedarfsausweises sind anzugeben

    • ...ob die die Nachweise zur Energieeinsparverordnung einen Dichtheitsnachweis einschließen,
    • wie der Mindestluftwechsel ... erfolgen soll ( Fenster-, mechanische oder andere Lüftung) ...
  • Vorschlag für den Wortlaut im Energiebedarfsausweis:
  • Dichtheit des Gebäudes und Lüftungskonzept

    • ohne Nachweis
    • mit Nachweis nach Anhang 4 Nr. 2 EnEV